Going Down

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We’re not sad, we’re just cutting onions! Unsere Goodbye-Party war ein voller Erfolg. Um 21 Uhr gings los und die Wohnung war gegen 24 Uhr so brechend voll dass wir erst schon bedenken hatten die nächsten nach Hause schicken zu müssen. DJ Hannu war der Entertainer schlechthin, es wurde ordentlich getanzt, Maya machte Crepes und der Punch ging wie schon beim House Warming weg wie nix. Meine Klassenkameraden zeichneten uns ein Bild “Lahti will miss you…” und da war ich schon ordentlich gerührt. Aber geheult wurde erst beim Onion-Cutting-Contest den Verena und Stefania mit überzeugendem Einsatz gewannen. Sie steckten sich einfach gleich die Zwiebeln ins Auge. So wurde die edle Branntwein-Flasche meiner Eltern, die eigentlich als Gastgeschenk für eine mögliche Reise gedacht war, ganz schnell an die selbstlosen Gewinner überreicht. Ohne jegliche Vorwarnung stand dann um 2 Uhr die Poliisi mitten im Raum und es hieß Musik aus- Licht an- Alle nach Hause- Aber Zackig, auf finnisch natürlich, wo wir etwas hilflos daneben standen mit unserem “Puhutko englantia?”. Auf finnisch waren die wohl ganz schön grob, aber sobald sie hörten, ok, das ist ne Goodbye Party, meinten die nur “Ok, aber Schuß jetzt”. Und heute kam dann schwarz auf weiß das Siegel “Party of the Year” von dem Vermieter dieses Blocks. Wir mussten unterzeichen dass es nicht wieder passiert, sonst passiert was Schlimmes, und naja, alles gut, wir sind ja bald weg. Und Onionsionionsionions… ich kannse nicht mehr sehn.
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Samstag abend verbrachten 10 Gestalten auf einem zugefrorenen See. Wir freuten uns wie Kinder über das Eis und hatten eine nichtendende Schneeballschlacht, bis dann auch wirklich jedem kalt war. Die 3 Paare Schlittschuhe ausm SecondHandLaden wurden brüderlich geteilt. Jeder durfte mal. Und so bin ich nach… wieviel Jahren?… endlich wieder zum Schlittschuhlaufen gekommen. Und sogar Rückwärtslaufen habe ich nicht verlernt. Stolz jetzt. Montag wurde dann für den FinnischTest gepaukt indem ich dann ne 5 bekam (…) Ich sollte evt erwähnen, dass das Notensystem hier nicht das selbe wie bei uns ist. Die 5 wäre eine 1, Mommy and Daddy können wieder ausatmen. Hier noch die schönen Samstagabend-Fotos von Maya.

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What’s the best way to say goodbye? Alle Exchanger trafen sich im Ravintola Mamma Maria, gingen dann zu Antti zum Vorglühen, dann ins Onnela bis um 1 die HappyHour vorbei war und wir zogen dann ins Diva um auch noch die Klassenkameraden ein letztes Mal zu treffen.
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Die Koffer sind gepackt, Zugtickets gekauft, alle Papiere unterschrieben, Möbel weg, Kühlschrank leer. It’s time to go. Am Morgen nach dem stetigen AufwiedersehenGeknuddel kamen die Männer vom 2nd Hand Shop und nahmen mir armen Mädchen, die nach 4 Stunden Schlaf nichts lieber wollte als weitere Stunden Schlaf, mein Bett weg. Die letzte Nacht werden wir also improvisieren. Heute habe ich das letzte 10 kg Paket schweißgebadet zur Post geschleppt und gleich wird die Householdbox weggebracht. Es gibt doch nichts schöneres als Schlepperei. Für Samstag bestell ich mir ein Taxi, ich bin sowas von ausgepowert. Sobald ich nach Haus komm werd ich erstmal schlafen. Samstag gehts nämlich mit dem Zug nach Tampere wo ich Nora treffe um mit ihr den letzten Tag dort zu verbringen und dann den Flug am Sonntag morgen Richtung Heimat zu nehmen. Für heut abend haben Maya und ich uns Essengehen vorgenommen und für danach die Sauna reserviert, so dass ich dann an meinem letzten Tag in Lahti doch noch fix die letzte finnische Tradition mitnehmen kann. Gegen 23 Uhr kommt die nun heimatlose Olga zu uns, die mit einer Flasche Wodka droht, die ich aber zu einer 80%en Wahrscheinlichkeit nicht anrühren werde. Sollten die Fotos aus Tampere noch spektakulär sehenswert sein, ist dies nicht der letzte Blog, aber wenn nicht… muss ich nun versuchen ein Fazit zu ziehen, einen Schluss für 4 Monate finden, in denen soviel passiert ist wie in einem ganzen Jahr. Indenen ich viele offene und interessante Menschen von überall kennenlernen durfte, ein paar echte Freunde gefunden habe, dieses fremde Land mich wie einen Freund willkommen geheißen und die Uni mich so selbstverständlich aufgenommen hat. Für mich persönlich ist es ein gutes Gefühl zu wissen, das ich in einem fremden Land indem ich niemanden kenne und die Sprache nicht verstehe, “überleben” kann und in der Uni nicht nur anwesend sondern wirklich involviert sein konnte. Ich hoffe etwas von der Arbeitsweise der Finnen mitnehmen zu können. Wo wir in meiner Heimatuni nach einem langen, ernsten Research nach dem einzigen, perfekten Lösungsansatz suchen, der mit Argumenten doppelt und dreifach abgesichert wird, und kein Entwurf sondern das Endergebnis präsentiert wird, wird hier viel mehr Freiraum gelassen. Auch die erste Idee kann realisiert werden, es ist erlaubt seinen eigenen Kopf zu haben und nicht nur der Weg sondern auch das Ergebnis kann viel verspielter sein, als ich es gewohnt bin. Ich begrüße sehr die persönliche Unterstützung der Profs hier, und der extrem gelassene Umgang. Student und Prof sind absolut auf einer Ebene. Die Gemeinschaft der Studenten untereinander, ohne Konkurrenzdenken und Neid, wird mir fehlen. Aber die Schule und Lahti sind doch sehr klein und mehr als ein Semester Unterricht bei dem gleichen Prof ist glaube ich nicht sehr förderlich. Ich fühle mich seitdem ich hier mit Maya lebe und nur englisch spreche, etwas unbeholfen mit meinem deutsch, aber das wird sich sicher schneller ändern als mir lieb ist. Und gerade habe ich einen kleinen Eindruck der finnischen Sprache gewonnen, da ist die Zeit um und es wird auch schnell wieder vergessen sein. Aber vielleicht kann mir Arto Unterricht geben. Er war hier in meiner Klasse und kommt dann im April in unsere Uni und ich hoffe Bremen wird ihm gefallen.

A big hug to everyone of you guys, watching just my pictures. This is now dedicated to you: It was such a pleasure getting to know you and spending this crazy time, that went so fast, with you. Thanks for being such openminded persons and helping me in some situations. And… I just booked a flight in january, so it’s not a goodbye forever! See you in about a month, and see you in facebook! All the best to you.

Weitere gesammelte Lahti-impressionen gegen das erste Fernweh.
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PS
Finnische Bands. Kototeollisuus, und Widescreen Mode, und mal ganz lustig- Death Metal mit Poserbühnenshow Demigod.

Sparzanza mit Going Down.

i adore you

Ich habe das erste Mal in meinem Leben “Nikolaus” verpennt!!! Jetzt ist die doch so tief in mir verwurzelte deutsche Tradition… ausgelöscht, und durch den finnischen Independence Day am 6. ausgetauscht, ersetzt, worden. Nein, das wird jetzt nicht Thema des Blogs. Ich beginne mal mit Fotos von der Miniprint Ausstellung im Taidemuseo, Lahti.

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Vergangenen Mittwoch lud Stefania zum Gnocci’s essen ein, die von ihrer Freundin Franscesca frisch aus Italien eingeflogen wurden. Die Sauce beinhaltete 6 verschiedene Käsesorten… und Sahne. Um die Kalorien wieder loszuwerden sind wir ins Torvi, was ein surreales Erlebnis für uns alle war: Man stelle sich das ranzige Torvi mit Luftballons dekoriert vor, mit Beamer-Projektion, mit Techno-DJ. Jawoll. Naja, aber es gab 2 verschiedene Areas (ja verdammt, das Wort “Area” passt auch so gar nicht ins Torvi) und da konnt man ganz gut vor dem Technogeklotze flüchten. Danach, da gibts zum Glück keine Fotos von soweit ich weiß, waren wir bei Joel, so bis 5.30 Uhr. Normalerweise würd ich sagen, verdammt, wir haben gefeiert bis in den Sonnenaufgang. Aber das passt hier leider nicht so hin. Ein richtig guter Abend also, und am nächsten Tag hab ich wegen akutem Schlafnachholbedarf nur 30 min Licht mitbekommen.

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Und das sind zwei Fotos von Santtu, von “vor” unserer Endpräse vergangene Woche. Ich hab nun auch beinahe alle Noten zusammen, eine fehlt noch. Und es sieht ganz gut aus. Meine schlechteste Note hat mir die Dame aus’m Aktkurs verpasst. Dabei dachte ich doch wirklich, wir hätten uns am Ende wieder ganz gut verstanden. Dann setzte ich halt ein neues Gerücht zu den Top 3 hinzu: 1. Finnen sind schüchtern. 2. Finnen sind pünktlich. 3. Finnen sind depressiv. 4. Finnen sind nachtragend.

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Stockholm, hach, Stockholm. Was für eine schöne Stadt! Ich komm gerade vom Wochenendtrip wieder. Samstag morgen gings nach Helsinki mitm Zug, Tag dort verbracht, die Viking Line-Fähre um 17.30 genommen, Nacht an Board, 9.30 in Stockholm ausgestiegen, Bus in die City, 7 Stunden Füße plattgelatscht, Bus zurück um 16.30 knapp erwischt, Fähre, Helsinki, Zug, Lahti, tod. Und sorry, aber mit Stockholm kann Helsinki einfach nicht mithalten… In 7 Stunden kann man nicht alles sehen, aber dafür hab ich doch einen ganz guten Eindruck von der lebhaften Innenstadt, der Altstadt Gamla Stan mit schönen Gassen, kleinen Cafés, den vielen Parks, drei verschiedenen Weihnachtsmärkten etc bekommen. Dies sind ein paar der 400 Fotos.
Los gehts aber mit Helsinki, der Kirche, National Library, dem Blick auf den Industiehafen und einem gemütlichem Café im Bauch eines Bootes im Hafen Helsinkis. Dort kam ich ins Gespräch mit einem Deutschen der auch in Lahti in dem Studiengang Industriedesign als Austauschstudent war, und später zurückkam um nun hier in Helsinki zu leben und arbeiten. Sehr nett. Die heiße Schokolade war dringend nötig, da es extrem windig und immer mal wieder am Regnen war. Ich war so glücklich dann am späten Nachmittag endlich in dem Schiff auf meiner Cabine eine Stunde zu schlafen bevor es zum Buffett gehen würde. Die MS Mariella ist nicht nur ne “Fähre”, es ist ein stattliches “Schiff” mit Restaurants, Shops, Discos, Pubs, Sauna, Pool etc ausgestattet. Für den Trip inklusive eines Buffets auf dem Hinweg haben wir nur 53 Euro pro Person gezahlt. Aber so hatte die Cabine zb kein Fenster, sie lag unter dem Deck für die Autos, und wir waren halt an einem Sonntag in Stockholm.
Der Seegang war ganz schön heftig auf dem Hinweg. Das Buffet war dementsprechend abendteuerlich und ich schmiedete den Plan- sollten wir alle untergehen und ich wäre sicher nun sterben zu müssen, würde ich mich vorher kopfüber in die große Schale Mousse Au Chocolat stürzen. Am Abend, nach einem Ausflug in den Tax Free Shop, konnten wir einen finnischen, ca 6 jährigen Jungen bei der Karaoke bewundern (er sang einen Song darüber, dass er nun eine erwachsene Frau sei und das Leben in vollen Zügen genießen könne), und tanzten zur Hausband “Bubble” (Nein, ich werde ganz sicher keinen Link setzen), wobei das gesamte Publikum immer von vorn nach hinten schwankte. Aber mit der Nähe zu Stockholm wurde das Wetter wenigstens vorübergehend besser. Genug geschrieben. Fotosgucken. Nyt.

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Der Blick auf den Kalender hat mich veranlasst soviel wie möglich von Lahti mitnehmen zu wollen. Nur noch 12 Tage… Und am Mittwoch geben wir schon unsere Abschiedsfeier. Davon seht ihr dann nächstes mal mehr.

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P.S. Queen Adreena. I Adore You.

i don’t belong

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Am Dienstag war hier in Lahti ein internationales PerformanceFestival, Eintritt frei und absolut ein Erlebnis. Die Performances waren sehr unterschiedlich, ein paar haben mit sehr klassischen Mitteln gearbeitet, wie zB Gegenstände durch Tanz nachzuempfinden, und ein Franzose war tödlich langweilig und dabei so von sich überzeugt, dass ich einfach nicht Applausklatschen wollte. Extrem vereinamend war ein Künstler namens Jeffrey. Wenn ich seine Performance nacherzähle kommt es nicht rüber, aber es ging im Kern, meiner Meinung nach, darum wie er sich innerhalb der Gesellschaft empfindet und versucht zurecht zu finden. Und dabei schreckte er nicht davor zurück sich während der Performance ein paar blaue Flecken und Schrammen zu holen. Mehr Informationen zu den Künstlern gibt es unter poorartistsinresidence und weitere PerformanceKünstler unter zb i-p-g.org.

Am Mittwoch war der WinterWonder-Uniball unserer Schule. Hier ein paar Fotos von Gregorz. Rundum ein Abend der leider nicht gerade musikalisch ein Höhepunkt war.

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Der Mediatalo-Kurs ist vorbei. Drei Kreuze. Der Manager, Drucker und die Grafikerinnen waren rundum glücklich mit dem Ergebnis. Es doch echt ein gutes Gefühl die Anforderungen mit der Gruppe gemeistert zu haben, gerade wenn man die Entwicklung betrachtet, die mit dem ersten Kurs im September begann. Santtu wird mir die Fotos der Endpräse noch zuschicken, also später wird hier eine Lücke aufgefüllt.

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Bandprobe. Mikke war diesmal da und hat den dritten Song nochmal komplett übern Haufen geworfen und nun schreiben wir an einem anderen. Aufnahme soll das Wochenende bevor ich fliege stattfinden. Im Anschluss bin ich zum Nightlife um dort mit Stephan und Ville die einmal im Jahr stattfindene Pantera-Tribute-Tour von Dimebag zu sehen. Die Musiker wechselten alle 2-3 Songs und wieviele Leute das insgesamt waren kann ich gar nicht genau sagen. Viele. Es war sehr cool, mein Nacken schmerzt heute und am besten war der Sänger der Vorband Misery Inc der später die Höhen in Pantera’s “Cementery Gates” grandios meisterte. Mikko ist blind, was zu ein paar Beinahe-Unfällen während des Gigs führte ihn aber nicht davon abhielt wie wild zu rocken. Einer der anderen Sänger war im Gegenteil extrem nervig- nur Rumgepose und ja, wir sind ja alle so verdammt männlich, wiedashaltsoist. Ich hatte vorab schon ein zurückhaltendes Publikum erwartet, da Stefania in Helsinki ein Rockkonzert mit lauter stummen Finnen erlebte, die sie baten doch bitte nicht während des Konzertes andere anzurempeln, aber von Zurückhaltung konnte im Nightlife nicht die Rede sein. Gut so.

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PS
Endlich mal wieder Nachwuchsbands im Blog:
Die neuesten Songs von Misery Inc unbedingt auf MySpace anhören! Und die alte Band des neuen Sängers (ja, ich bin jetzt Fan) heißt “Rust”, von denen gibts zu hören “I Don’t Belong”.

Moonchild

Der dritte Song names “Hey, Stranger” ist auf dem Weg, und auch sonst läufts gut mit den Jungs von Loose Cannon. Lasse prustet hinter den Drums, seine großen Ohrringe schwanken im Takt, Tony ist sowieso immer positiv, Janne grunzt und schreit sich die Seele frei. Der zweite Gitarrist und der Basser konnten diesmal nicht kommen, was zwar echt schade ist, aber wenn zuviele Leute da sind kriegen wir das Songwriting nicht so gut auf die Reihe.

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Anfang der Woche war ich extrem unmotiviert was unseren Mediatalo-Kurs anging, aber nun sind wir auf dem richtigen Weg mit den neuen Entwürfen des CD’s und der Advertisings.
Die Endpräsentation nächste Woche Donnerstag kann kommen. Leider hatten sie nach der HalfwayPräse das Briefing wieder etwas geändert, da sie ihrer Idee einer “Eiche aus Typografie” verfallen sind. Kein Kommentar dazu. Aber es ist schon etwas traurig- das Endergebnis wird nicht das sein, was es hätte sein können. Da fehlt einfach der Mut.

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Mittwoch hatte Raul (aus Barcelona, macht hier seine Diplomarbeit über Plastikrecycling für sein Chemistry Engeneering Studium) seinen 29. Geburtstag und wir sind mit dem Rad nach Mukkula um zu feiern. Leider war sein Nachbar nicht ganz so begeistert von der Idee, aber nach 1 Uhr sind dann alle in die City bzw nach Hause und er hatte seine Ruhe zurück. Freitag lud Arto zur HouseWarming Party ein und danach gings ins Torvi wo Maya und ich zum DJ abtanzten. Ich hatte eine Kinofreikarte von meinem Prof bekommen und ging in den Mafia-Film “Easter Promises”, wo leider viel russisch gesprochen wurde und dies mit finnischem Untertitel übersetzt wurde. Insgesamt aber ein unterhaltender Film, mit manchmal einem Hauch zuviel theatralischem Gepose und einem etwas zu amerikanischem Ende. Der große, neue Kinosaal Lahti’s hat eine Leinwand, so groß wie die kleinste Leinwand im Bremer Viertel, aber die Aufmachung von außen ist ungefähr wie die des Cinemaxx. Da stimmt was nicht.

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PS
Mike Patton’s solo. Knie nieder!

declare independence

Letzte Woche hab ich es nicht geschafft zu schreiben, also diesmal der Inhalt von zwei Wochen. Die Fotos müsst ihr leider einzeln doppelklicken, denn der weiter-button zeigt nicht das folgende Foto sondern macht Random… Keine Ahnung warum. Sorry.

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Lahti ist weiß. Seit einer Woche schneit es immer mal wieder und es ist bitterkalt wenn der Wind weht. Minus 5 Grad tagsüber und in der Nacht kälter, ich vermeide dann aufs Termomenter zu schauen. Um 7.30 wird es Tag und schon nach dem Mittagessen wird das Licht weniger bis es dann um 16 Uhr schwarz wie die Nacht ist. Das kann einen ganz schön müde machen und viele Finnen kommen nun unregeläßiger zur Uni und wenn, sind manche von ihnen verschlossener als noch vor 2 Monaten. Eine Art Melancholie hat das Land befallen, und ich verstehe nun warum so viele finnische Folksongs so schwermütig sind. Zum ersten Mal begrüßen wir foreigners nun die saunaartige Wärme in allen Gebäuden. Die Heizungen sind hier alle fest auf 10 eingestellt und gehen dann in 10er schritten hoch bis 50- drinnen wird also T-Shirt getragen. Die Weihnachtswerbung hat vor ca 3 Wochen eingesetzt, Kinder in Schneeanzügen spielen draußen mit ihren Schlitten und die Lichterketten hängen in den Fenstern.
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Wir hatten einen aggressiv-plötzlichen Einstieg in die Vorweihnachtszeit mit einer von den Business/Tourismus-Tutoren organisierten Prechristmas-Party. Es war so detailreich weihnachtlich dass Maya und ich es nur 2 Stunden ausgehalten haben und leider den Weihnachtsmann verpassten. Auf YouTube könnt ihr euch die finnische Version der Geschichte des Weihnachtsmann’s in 2 Teilen anschauen. Die Darsteller sind finnisch und haben auch das Projekt selbst realisiert (ist aber engl sprachig). Sehr zu empfehlen. Woran ich mich einfach nicht gewöhnen kann, ist das die Finnen schon um 11.30 Uhr Mittagessen und meine französische Mitbewohnerin dann Abends nochmal warm isst. „Abendbrot“ ist verdammt deutsch, das war mich vorher nicht so klar. Aber sonst gewöhnt sich mein Körper langsam daran wenig Schlaf zu bekommen, lange wach zu bleiben, und trotzdem tagsüber konzentriert von 9-17 uhr oder länger zu arbeiten. Die Finnen frieren auch, also bin ich damit nicht allein, aber da bin ich echt glücklich, dass ich zum studieren nicht noch den kompletten Jahresbeginn mit bis zu –30 Grad mitkriege.

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Der zweite Teil des Zeitungs-CI-Workshops ist im Gange und wir hatten bereits unsere halfway-Presentation. Ich geh heut ins Fotolabor um zu dokumentieren und vielleicht könnt ihr dann im nächsten Blog mehr sehen. Die Stimmung war durchweg positiv, und sie waren beeindruckt, was wir alles in 2 Wochen geschafft haben. Das war sehr beruhigend für uns, denn wir haben einige Probleme mit der Teamarbeit. Im Grunde haben wir nur zu dritt am CD gearbeitet- Stefania, Santtu und ich, was dementsprechend viel Arbeit war- und Arto zusammen mit Marja (die gerade aus New York von einem Praktikum zurückgekommen ist) an der Typografie, und der Rest, der für Advertisings zuständig wäre stieß erst 1,5 Wochen nach Kursbeginn dazu, was für uns einige Stunden mehr Arbeit bedeutete und für hitzige Diskussionen sorgte. Das größte Problem ist, dass unser Prof nicht in der Lage zu sein scheint Teamleader zu sein, uns nicht in eine bestimmte Richtung oder konfliktlösende Gespräche führen kann. Wir haben also nun beschlossen mehr oder weniger ohne ihn über gemeinsame Arbeitstreffen zu entscheiden um besser als Team zu funktionieren. Aber naja, wenn die Anwesendheit aller nicht gegeben ist, kann auch das nicht helfen, aber sehen wir mal, zumindest haben wir bisher keine persönlichen Probleme untereinander durch diesen Stress.

Inzwischen hat sich der montägliche Kampf mit Kohle auf A1 gelegt. Vor 2 Wochen ist bei mir jede Zurückhaltung verloren gegangen und ich hab einfach gemacht was ich wollte. Für mich unheimlich befreiend, aber meine Professorin hat nach einem pikierten “Do you want it to look like that?” aufgegeben mit mir zu sprechen. Und letzten Montag haben wir uns dann einander wieder angenähert und ich bin zu der von ihr bevorzugten realistischen Darstellung zurückgekehrt, und sie ist glücklicher mit mir als zuvor. Jetzt freu ich mich schon auf kommenden Montag.

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Ihr habt es sicher gelesen, am 7. Nov war hier ein Amoklauf eines 18 jährigen Jungen in der Highschool of Jokela, was nur eine Autostunde entfernt von Lahti liegt. Eine Klassenkameradin bekam einen Anruf während es passiert und sie recherchierte im Internet und fand eine Video bei YouTube was bereits 2 Wochen vorher hochgeladen wurde und mit dem 7. November betitelt war. Es zeigte eine Videoaufnahme von der Schule und ein Foto von dem Jungen der mit einer Pistole in die Kamera zielt, unterlegt mit elektronischer Musik. Das Video wurde nun rausgenommen. Viel erschreckender ist der Blog des Jungen, der verlinkt war, und in dem er darüber schrieb wie sehr er alle hasst, dass er die natürliche Selektion beschleunigen wird und dass er sich damit zu allen Amokläufern der Welt bekennt, bzw es für ihn das einzig sinnvolle in seinem Leben sein wird, sich ihnen mit solch einer Tat anzuschließen. Er erschoss 4 Schüler, 2 Lehrkräfte und am Ende sich selbst. Die Lehrer beschrieben ihn als nicht auffälligen, durchschnittlichen Schüler. Wir Austauschstudenten bekamen am folgenden Tag eine Mail und es wurde eine freiwillige Konferenz im Auditorium angeboten. Die Flaggen in ganz Lahti wehten auf Halbmast und um 1 hatten wir eine Schweigeminute in der unsere Uni unheimlich still war, aber dann der Betrieb ganz normal weiterging. Es wird in den Medien diskutiert ob eine psychologische Anlaufstelle in jeder Schule angeboten werden sollte, und der Fokus verstärkt auf Prevention gelegt werden sollte. Verglichen mit Europa sind übriegens in Finnland die meisten Waffen in Privatbesitz. Wir haben mal in die Runde gefragt und jeder wusste wo er an eine Waffe herankommen könnte.

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Donnerstag war Advertising Day in Lahti und unsere Schule war Veranstaltungsort. Ich habe die beliebtesten finnischen TVSpots von 1950 bis 2000 gesehen, was sehr interessant war. Sehr naturverbunden, humorig, und mit kleinen Budgets realisiert. Gezeigt werden erstaunlich viele untypisch finnische aussehende Menschen mit braunem Haar und dunklen Augen. Es wird viel gesungen, und die rauhe Männerarbeit in den Wäldern Finnlands für ein einfaches Leben mit der Natur wird in allen Faszetten dargestellt. Für mich ist es merkwürdig, aber viele Finnen stehen auf amerikanische Countrymusik, Cowboy-Outfits und Saloons und die Werbung reagiert entsprechend darauf. Hier gibt es die Bar „Ten Dollar Saloon“ in dem oft Live-Musik oder Karaoke ist, in dem wir am Anfang mal nichtsahnend hereinstolperten, uns dann aber erzählt wurde, dass die meisten die dort hingehen Ausländern gegenüber nicht besonders freundlich gesinnt sind. Diesen Freitag war die Einweihungsfeier von Joel, Thomas und den dritten kenn ich nicht. Das Motto war erst „Tanssilava“ und dann „Workerstyle“, aber am Ende sahen die meisten aus als seinen sie gerade vom Western-Film-Dreh gekommen. Ich ging mit Stefania und unserem Nachbarn hin und hatte mir eine Cordhose, eine grünschwarz karierte Holzfellerjacke und eine Cappy mit den Worten „Mother Trucker“ geliehen. Verkleiden und tanzen sei eigentlich untypisch für die Finnen aber das liegt halt an der Uni, dass die alle nicht „normal“ sind, wurde mir erklärt. Und dann hieß es: Männer auf die eine Seite und Frauen auf die andere Seite des Raumes- abwechselnd Men- und Girls-Choice. Stefania und ich wollten erst auf Toilette flüchten aber bei Nachfrage stellte sich heraus das es doch nur normaler Walzer sein würde, und wir haben es einigermaßen gut gemeistert.

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Ansonsten war ich auf einer Polish Wodka Party, Russian Teaparty, 2 Videoabenden ( schaut niemals „The Astronaut Farmer“ und schaut unbedingt „Brazil“ von Terry Gilliam) zu einem Austrian und einem Spanish Dinner geladen und hatte gestern Bandprobe. Da wir es höchstwahrscheinlich nicht schaffen noch in den nächsten 5 Wochen ins Studio zu gehen, denken die Jungs drüber nach mir im Januar oder Februar nen Flug zu sponsorn um dann 4 Tage aufnehmen zu können. Da hab ich natürlich nichts dagegen.

Ich suche zur Zeit eine Wohnung in Bremen, bevorzugt Viertel, 250 Euro warm, in einer WG oder EinzimmerAppartment ab 1.1. Wenn jemand von euch was weiß- ich freu mich über jeden Tipp!

P.S.
Blog Nummer 10 wird „untermalt“ von Björk mit „Declare Independence“. Track 1 von ihrem neuem Album „Volta“. Ich hab alle Auftritte bei YouTube angeschaut um eine möglichst angressive Björk zu finden, aber die Studioversion ist trotzdem noch etwas cooler.

P.P.S. Finnische Designlinks:
http://www.overmode.net/index.html (illu; oulu)
http://www.annaemilia.com/ (drawings and illu; kouvola)
http://www.redandblue.fi (cd; helsinki)
http://www.dogdesign.fi (grafic and product, helsinki)
http://www.markusnieminen.com/ (commercial illu; helsinki)
http://pingstate.nu/ossi/ (commercial and artistic illu)
http://www.designdistrict.fi (design links; helsinki)

Iron Tusk

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Besuchszeit No. 2: Karo, Wibke und Vivian, die mit mir zusammen in der Heimat studieren, haben mich für vier Tage besucht. Natürlich musste da wieder Lahti und die Uni besichtigt werden. Am Donnerstag abend sind wir ins Torvi gegangen wo die finnische Indieband Laurila spielte und am Freitag morgen ging es zusammen mit dem Finish Culture Course und allen Exchangestudenten auf Excursion in Richtung Helsinki. Auf dem Plan stand finnische Architektur, und damit “Hvitträsk”, ein von den Architekten Saarinen, Gesellius und Lindgren 1902 für sich selbst erbautes Wohnhaus mit Studio. Wir hatten eine Führung durch diesen beeindruckenden “wahrgewordenen Traum der Architekten” und bekamen einen guten Eindruck, wie das Leben dort wohl gewesen sein muss. Komplett alles wurde von den drei dort wohnenden Architekten und auch deren Frauen nach eigenen Bedürfnissen gestaltet und realisiert. Im Kinderzimmer gab es keine Kanten, woran das Kind sich hätte stoßen können. Für das Wohnzimmer wurden lange Teppiche gewebt mit denen man sich auch gleich zudecken konnte, wenn es kalt war, und indenen Bilder eingewebt wurden, wozu dann immer wieder neue Geschichten erfunden wurden. Ein Kerzenleuchter mit 24 Kerzen- jeweils eine Stunde Licht. Eisenringe an denen sich Gäste dem Alkoholtest unterziehen mussten- solange man mit dieser Festhalthilfe auf beiden Beinen stehen konnte, wurde das nächste Glas gefüllt, sonst war der Abend vorbei.
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Danach gab es Lunch an der Technischen Universität in Espoo, Sightseeing am Senate Square und in der Bücherei in Helsinki, wo wir uns ausklinkten um in unserem Hostel einzuchecken… was erstmal als Hostel identifiziert werden musste, was nicht einfach war. Von der Straße aus gab es eine versteckte Klingel am Eisentor die in einen geschlossenen Hinterhof führte, dessen Boden komplett ausgebaggert war und man die Koffer über provisorisch gelegte, dünne Holzplatten buchsieren musste um zur nächsten Tür/Klingel zu kommen. Ansonsten ok für den Preis.
Im National Museum stießen wir wieder zu der Gruppe dazu. Ich habe nur 3 Fotos gemacht wovon ich euch auch nur eins zeigen möchte- und das ist die lebensgroße Puppe mit dem Titel “typischer Finne”.
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Fastfood, 20 min Schlaf und 2 Flaschen Don Opa’s später machten wir uns auf die Suche nach einem Club. In der Straße “Iso Roobertinkatu” ist jede Menge los, also sind wir erstmal dorthin. Unser Favourit aus dem Nightlife-Führer hieß “Rosegarden”. Der Club versteckte sich etwas und bei der Frage nach dem Weg bekamen wir den Rat uns jemanden zu suchen, der russisch spricht. Äh, ja, danke. Da waren überall lange Warteschlangen, und mit 2 Grad plus und eisigem Wind macht das wirklich keinen Spaß. Wir also weiter und dann, weil verzweifelt, im “Cuba” gelandet. Dort war eine Abiparty und wir wurden etwas schief angeschaut. Also ins “Redrum”. Sehr nett, Salmiakki, Fishermans Friend-Kurze und Bierchen zu uns genommen, und dann auf die Tanzfläche. Ok, der DJ war schlecht, aber egal. Um halb 4 gingen die Lichter an und die Bar schloss… viel zu früh, unserer Meinung nach!
Eisige Kälte und Schneeregen erwarteten uns am nächsten Tag. Wir machten das beste draus, nahmen die Straßenbahnlinie 3, die eine Acht durch Helsinki fährt, um unter anderem auch das Studentenviertel “Kallio” anzuschauen. Wir gingen außerdem in das “Kiasma”, dem Museum of Contemporary Art. Ich wär am liebsten dort geblieben. Eine großartige Ausstellung in großartiger Architektur. Greifbar, bodenständig und verspielt. Der Kunstbegriff scheint bei uns eine ernste, perfekt präsentierte, endgültige Lösung zu fordern, während er hier eine Leichtigkeit hat, die mich wirklich fasziniert. Über die ausstellenden Künstler könnt ihr hier und dort mehr erfahren.

Weitere Photos zeigen eine Gallerie, Nähe Uudenmaankatu, und uns im Cuba.

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Mädels, hat super viel Spaß gemacht mit euch! Ich hoffe ihr kommt ohne Turbulenzen zurück und… schickt mir eure tollen Fotos;o)

PS
Tony und ich haben an den zwei ersten gemeinsamen Songs bei Loose Cannon (so nämlich der Bandname, der so etwas wie “unberechenbar” bedeutet) gebastelt, die wohl “Morning After” und “Rebirth” heißen werden. Und natürlich hab ich bei dem Treffen wieder neue Musik kennengelernt. Unter anderem “Mastodon”, die hier jetzt mit “Iron Tusk” vertreten sind.

Wild World

Besuchszeit No.1: Am Montag kamen Maya und ihr Freund Raphael von ihrem Helsinki-Wochenende zurück. Maya lud Tony, Anni und Jussi aus ihrem PackagingCourse auf ein Bier zu uns ein und zusammen ging es später zum Kymiepubi, weil das hier die dichteste Gelegenheit ist und es so saukalt war. Der Boden war gefroren, alles glitzerte. Wir tranken das Gold Lapplands zu den Klängen Iron Maiden’s aus der Jukebox und Jussi erzählte er sei finnischer Meister im Fliegenfischen. Als der Kymiepubi schloss, verabschiedeten sich Maya und Raphael und kurz darauf auch der Fliegenfischer. Als auch die nächste gewählte Bar schloss, war es auch für uns drei dann Zeit nach hause zu gehen. Und auf dem Rückweg fragte ich mich wieder einmal warum die Blätter der Laubbäume hier alle Punkte haben. Krankheit, fiese Insekten oder eine Reaktion auf Umweltverschmutzung?
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Meine Eltern kamen am Mittwoch, als sich Maya und Raphael für ihren 5 tägigen Lappland-Trip verabschiedeten. Wir drei machten “sight-seeing” durch Lahti, testeten finnisches Bier, aßen finnischen Fisch und Elchwurst, und verbrachten einen Tag in Helsinki mit shoppen und der Suche nach einem Restaurant das lecker und trotzdem bezahlbar sein sollte, was sich nicht leicht gestaltete. Aber wir blieben Hesburger-resistent und aßen schließlich italienisch bei Big Mama. Hier ein paar schöne Bilder vom Inneren der alten Markthalle, zwei skurilen Shops und natürlich ein paar Plakaten, die mich auf unserem Weg immer wieder aufhielten.

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Koli, der finnische Nationalstolz, ist ein 347 m hoher Berg aus weißem Quarzit am Pielinen-See, im Naturschutzgebiet. Eine Aussicht, die finnische Maler wie Pekka Halonen und Eero Järnefelt (hier mit Beispiel), inspirierte. Wir waren an einem sehr nebligen Tag dort, was die Aussicht trübte, aber die Szenerie mystisch und surreal erscheinen ließ. Ein magischer Ort, die Nähe mächtiger Geister die dort laut Volksglaube gehaust haben sollen, war beinahe spürbar. Leider ließ sich auf unserer 5,5 stündigen Reise aber kein einziger Elch blicken und bei dem Zwischenstop in Mikkeli (Gruß an Johannes an dieser Stelle) trafen wir auf Deutsche oder dann in Koli auf deutsch sprechende Finnen. Aber das ließ uns nicht die Laune vermiesen und mit RockRadio Finlandia traten wir glücklich den Heimweg an.
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PS
French Connection. Einen Eindruck der vielfältigen Musikprojekte von Maya und Raphael könnt ihr bei myspace bekommen. Von dort aus könnt ihr zu Subarashii, Cadhavre x-qui, oder auch ihrem Graphikbüro MaxLeCollectif finden.

Wild World von Cat Stevens ist meinen Eltern gewidmet.

5 Minutes Alone

Der erste Teil vom Mediatalo-Workshop ist vorbei. Es war stressig, aber die Arbeit mit Sanntu und Heidi hat total Spaß gemacht und die Zusammenarbeit mit ESS war spannend. Im November findet dann der 2. Teil statt. Aber jetzt, zwei Präsentationen und zuviele MB später, sind erstmal 2 Wochen frei. Nach der ersten erfolgreichen Präsentation bei ESS hatten wir es bereits ordentlich krachen lassen. Es war Party in dem Kunstinstitute unter dem Motto “Alter Ego”. Diesen Donnerstag waren nach der Abschlußpräsentation alle ziemlich müde. Am Freitag hat Stefania dann für unseren Kurs, ca 15 Personen, italienisch gekocht. “North meets South”. Sehr lecker. Besonders das Eis hinterher.

Mein Stundenplan die letzten 3 Wochen: Montags: 9-12.15 Uhr “Introduction into Finnish Culture”; 13-17 Uhr “Life Drawing/Aktzeichnen”; 17-18.30 Uhr “Finnish Survival Language Course”. Dienstags-Freitags: 9-17 Uhr Workshop-Mediatalo 1.
Alltag in Farbe:

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Maya ist am Samstag morgen nach Helsinki, wo sie ihren Freund trifft. Die beiden kommen Montag wieder, bleiben zwei Tage, um dann ihre Finnlandtour zu starten. Die anderen Exchangestudenten fahren die Woche auch weg, aber nach Stockholm. Meine Eltern kommen am Mittwoch, und wir werden uns Koli anschauen. Freu mich schon total drauf. Dort soll es eine unglaubliche Aussicht über einen See geben. Viele finnische Maler haben dort gearbeitet und es gibt ein Künstlercafé wo man ein paar Werke sehen kann. Aber mehr davon im nächsten Blog. Es ist so gut wie “Halbzeit” und da fragt man sich wirklich, wie das so schnell gehen kann!?
Die größte Neuigkeit hab ich mir bis zum Schluß aufgehoben: Seit gestern bin ich hier nun Leadsänger einer Band. Ziemlich verrückt wie das so gehen kann, aber ich glaub das wird eine coole (wenn auch kurze) Zeit. Maya kennt Tony, den Gitarristen, aus ihrem Packaging-Kurs und so kam der Kontakt zu stande. Tony, Lasse (Drums) und Mikke (Bass) sind so ca um die 30j und machen HardRock. Janne, 32j, gehört irgendwie auch dazu, er war wohl mal Sänger, aber jetzt trinkt er einfach nur noch. Oder so. Mikke hat 3 verschiedene Bands- ich hatte ihn vorher schon bei “Planet Aloha” gesehen, er ist der “Frank” der Band, der Techniker. Tony gab mir einen bierdeckelgroßen Zettel auf dem ein paar englische Worte standen. Ich denke, das wird unser erster Song. Die Jungs haben schon jede Menge Material aber hatten halt immer Pech mit den Sängern (…) und nun wollen sie so schnell es geht die Songs fertigmachen und aufnehmen. Nachdem wir die erste Stunde zusammen gespielt hatten und dann eine Pause einlegten waren alle viel gelöster als vorher. Es wurde mehr englisch gesprochen und alle waren sich einig das ich dabei bin. So war das. Hinterher sind wir dann noch auf ein Bier ins Torvi, da zwei der Bandmitglieder dort arbeiten. Mir wurde versichert, dass, für den Fall das sie mit meinen Lyrics oder den Aufnahmen berühmt werden, natürlich mein Anteil nicht unterschlagen wird. Hört sich doch optimistisch an, für eine erste Probe, oder…?

P.S. Ich konnte mich heut kaum zwischen “I’m Broken”, “Cemetery Gates” und “5 Minutes Alone” von Pantera entscheiden… “I’m Broken” ist etwas langweilig, die Performance im Clip ist aber trotz der Einfachheit druckvoll, das muss man erstmal hinkriegen. Bei “Cemetery Gates” ist der Sänger einfach… heiß, und das Ending ist göttlich. Für “5 Minutes Alone” hab ich mich dann entschieden, weil der Song ab der 3. Minute… SOWAS von ROCKT!
Aber sonst hör ich im Moment auch gern mal zum Arbeiten was chilliges wie Portishead und zum Feiern HouseTranceGoa-Electrozeug.

Snow

Heute morgen: Der erste Schnee.

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Funky Shit

Der erste Kurs “Mainosgrafiikka” ist beendet, wenn auch noch nicht ganz abgeschlossen, denn alle Arbeiten werden in 2 Wochen zu einem Wettbewerb eingereicht. Dies ist von mir:
plakat.pdf Die Ausstellung, die eigentlich am Ende geplant war ist naja… glücklicherweise etwas verdrängt worden, da das neue Projekt “Mediatalo” nun Priorität hat. Ich habe zum ersten mal auf englisch eine Abschlusspräsentation halten müssen und hab mir vorher wichtige Vokabeln rausgesucht, da gings. Das neue Projekt ist auch für das 3. Jahr Grafikdesign bei Kari Ojapelto. In „Mediatalo“ (Medienhaus) geht es um die CI der lokalen Zeitung hier in Lahti „Etelä-Suomen Sanomat“ (übersetzt so etwas wie „Zeitung für Südfinnland“). ESS ist im Besitz von „Esan Kirjapaino Oy“ und zu der Zeitung gehören sowohl weitere kostenlose Eventblätter wie „katu“ (Straße), eine Internetseite und ein Radiosender. Das Problem zur Zeit ist, dass sich niemand über die Identität von ESS bewusst ist, es gibt ein Logo das gar nicht, oder im missverständlichen Kontext verwendet wird, der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Medien Print, Web und Audio ist für Aussenstehende nicht ersichtlich, Werbegeschenke sind wahllos eingekauft worden, und monatliche Kampagnen (für zB einen Kalender, für dessen Titelblatt das niedlichste Baby in Lahti für gesucht wurde) sind gestalterisch… Augenkrebs. Wir haben letzte Woche sowohl das Management, als auch Journalisten, Drucker und eine Geschäftsstellen in Lahti, die den direkten Kontakt zu Kunden pflegt, besichtigt und mit den Mitarbeitern über die Probleme vor Ort gesprochen. Das war sehr anstrengend weil 80% auf finnisch ablief, aber ich bin total begeistert und motiviert an einem realen Projekt mitarbeiten zu können. Denn, soweit möglich, soll nach diesem ersten Workshop-Block die Umsetzung folgen, womit alle Bereiche unserer Schule mit einbezogen werden. Multimedia beschäftigt sich mit dem Radio, Innenarchitektur und Textildesign mit der Gestaltung der Arbeitsumgebung, da das komplette Gebäude der Zeitung (siehe Foto) sowie der Kundengeschäftsstellen renoviert werden soll. Zur Zeit sitzt ein weiterer Kurs an der Überarbeitung der Zeitung an sich. Wir Studenten sind also hin und her gerissen zwischen Tatendrang und der Angst vor den Erwartungen der Zeitung. Unser Lehrer hält sich allzu sehr im Hintergrund- hoffentlich hat er nicht mehr versprochen als wir halten können. Wir waren 2 Tage hintereinander in den Seminarraum vor Ort geladen, Frühstück und Mittag inklusive und es wurden mehrere Präsentationen für uns gehalten, Wände und Tische waren mit Werbegeschenken und Ausdrucken von allen möglichen Kampagnen bestückt.

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Die Finnen. Ich bin sehr beeindruckt von dem Umgang miteinander. Man begegnet sich auf einer Ebene, niemand muss seine Autorität beweisen, egal ob nun der Manager von Esan Kirjapaino Oy oder der Materialverwalter unserer Uni mit dir spricht. Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass es Respekt oder Ehrlichkeit ist, aber ich meine, dass es auf eine entspannte Art und Weise „direkter“ ist.

Bin nun stolzer Besitzer eines Fahrrads. Ich habe es für 10 Euro bei der Polizei ersteigert (die sind alle einkassierten Räder losgeworden und haben uns sogar noch die Schlösser geknackt). Als es noch einen Gepäckträger hatte sah es noch ganz schön beschissen aus. Also 20 Euro draufgelegt und nun habe ich ein Fahrrad ohne Licht, wo nur eine Vordere Bremse geht und ich jedesmal Adrenalinschocks ausgesetzt bin wenn ich nen Hügel hinuntersause und weiß, dass ich im Grunde nicht wirklich schnell Bremsen kann. Aber immerhin besser als ein Fahrrad mit 8 im Reifen, oder einem zu großem Vorderreifen (denn das bedeutet Füße einziehen wenn du eine Kurve fahren willst). Vielleicht kennt ihr diese lustigen Fahrräder aus irgendwelchen Spaßparks… wir Erasmusstudenten haben das unter uns zum „adventure-biking sport“ ernannt.

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We are out of hotel! Maya und ich sind nun am Montag zusammengezogen, und teilen uns in einem Wohnblock 2 Minuten von der Uni entfernt einen großen Raum mit Kochniesche, Balkon und Bad. Das war alles sehr stressig, da die Firma die hier Wohnungen vermietet mehr Verwalter oder Berater als irgendwie praktischer Ansprechpartner ist. Aber letztendlich hat doch alles geklappt, denn Gzegorgz hat für uns das Taxi gespielt. Alle Studenten vom Hotel sind nun verstreut in Kiveriö oder Mukkula in Studentenwohnheimen, oder in Mezzinkangas (ehemaliges Seniorenheim), untergekommen. Diejeniegen, die wie wir überblieben wurden dann verstreut in irgendwelchen Wohnblocks untergebracht, die nicht ausschließlich für Studenten sind. Das die Wohnung unmöbliert war, war dann nur die ersten 2 Tage etwas anstrengend. Aber zum Glück hinterließ die ehemalige Bewohnerin ein Sofa, das Maya und ich uns dann 2 Nächte geteilt haben. Am Mittwoch kam dann der Transporter vom Second Hand Shop „Patina“. Ich habe für 45 Euro einen großen Tisch, 2 Stühle, einen kleinen Wohnzimmertisch, ein schmales Bettgestell (also ein Brett mit 4 Füßen) sowie eine Matratze, die so gut wie neu ist, bekommen.

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Am Freitag haben wir dann… man erwartet es kaum… eine Einweihungsparty gegeben. Maya hat Tuhnfisch-Quiche gemacht, ich den 10liter Eimer mit Rum-Bowle angerührt, und einen Beamer angeschmissen. Den haben wir von der Uni organisiert um Fotos von allen aus der „Hotelzeit“ zu zeigen. Und klar, was zu malen für die Designer musste auhc her;o) Jetzt hab ihr hier ein tolles Wandgemälde… Eine richtig gelungene Party, es waren bestimmt 30 Leute da, auch einzwei Finnen aus meinem Kurs, die Heidi mit Freund und Tania. Der Antti kam mit Kumpels und unsere Nachbarn waren natürlich auch eingeladen. Dann kam ein Mitbewohner von einem Exchanger, der merkwürdige Leute mitbrachte, aber seine Freundin war so betrunken, dass die leider gehen mussten. Ansonsten alles total sorgenfrei. Als ich gegen 18 Uhr zur Wohnung kam um mich umzuziehen und so, hatte Maya bereits 5 Japaner angeschleppt. Ich habe haufenweise Fotos, hier also nur ein paar. Achso, nach unserer Party war dann noch Afterparty bei unserem Nachbarn, das erklärt den Locationwechsel.
Dies ist der Link zu Gzegorgz Gallerie unserer Party.

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